Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

Corona (COVID-19) stürzt viele von uns in eine schwere Krise. Der Virus und die gegen ihn   durchgeführten   Maßnahmen   bedeuten   schmerzhafte   Einschnitte   finanzieller   und sozialer   Art.   Manche fürchten   um   ihre   Existenz   oder   verlieren   sogar   einen   geliebten Menschen. Keine Frage: Das ist kompromisslos tragisch! Daher stehe ich als Pastor jeder/jedem für ein seelsorgerliches Gespräch zur Seite, der/dem die derzeitige Ausnahmesituation akut zu schaffen macht und die/der sich ein offenes Ohrwünscht,   um   die   eigenen   Sorgen,   Ängste   und   Nöte   mitteilen   zu   können.   Meine Telefonnummer lautet: 01575-2462434. Denjenigen   unter   Ihnen,   die   sich   mit   mir   zusammen   auf   die   Suche   begeben   möchten, inwiefern Corona auch Positives für unser Leben bereithalten kann, lege ich die Dienstags-und Freitagsimpulse ans Herz, die über die nächsten Wochen regelmäßig an dieser Stelle erscheinen werden. Ich wünsche viel Inspiration beim Lesen.

Ihr/Euer Pastor Parvis Rahbarnia

 

 

Impuls zum 26.05.2020 aus der Reihe: „Corona und seine Chancen für uns...“ Am heutigen Dienstag kommt als Gemeindemitglied der EFG Meerholz Ruth Fladung zu Wort. Ich habe sie interviewt und gefragt, wie sie die Corona-Krise erlebt und die gewonnene Zeit füllt. Seien Sie/Seid gespannt... !Ruth Fladung (Jahrgang 1957)1) Wie nutzt du die corona-bedingte Isolation für dich in diesen Tagen? Was machst du vornehmlich oder gerne, was du vielleicht sonst nicht so gemacht hast oder machen konntest? Worauf musst du schmerzlicherweise verzichten?Am Anfang der Krise habe ich -wie viele andere -gedacht, ich könnte die Zeit nutzen, um Liegengebliebenes zu erledigen. Also habe ich im Garten gearbeitet, ein Schränkchen abgeschliffen und lackiert, Schubladen ausgeräumtusw.,bis das in Stress ausgeartet ist.Dann bin ich Psalm 46,11 „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!" mehrmals begegnet und habe begriffen, dass mir Gott etwas sagen will. Seitdem sitze ich morgens,bevor ich mit dem Unterricht von zu Hause beginne, zusammen mit Gott bei einer Tasse Kaffee im Garten. Manchmal reden wir, manchmal sitzen wir nur still da.Insgesamt muss ich feststellen, dass ich nicht wirklich mehr Zeit als vor der Krise habe, weil der digitale Englischunterricht von Zuhause aus sehr zeitintensiv ist. Der Unterricht am Kind ist das, was mir am meisten fehlt.2) Was beschäftigt, sorgt dich in dieser Zeit am meisten? Welche Ängste kommen in dieser Zeit vielleicht besonders stark hoch?Ich finde den Eingriff in das Zwischenmenschliche schlimm. Menschen brauchen Nähe, nicht Abstand voneinander. Ich komme gut damit zurecht, weil ich einige liebe Menschen, um mich herum habe. Ich mache mir eher Gedanken um andere.3) Welche Chancen siehst du (für dich) in dieser Zeit?In den letzten Wochen hatte ich viel Besuch im Garten und empfinde diese Besuche als sehr bereichernd. Es gab viele Probleme zu besprechen und zu bebeten.4) Was wünscht du dir für die nächste Zeit?Mehr Zeit, Erkenntnis, Weisheit und viele weitere Begegnungen.5) Ziehst du irgendwelche Schlüsse für dein Leben in der Zukunft nach der Corona-Krise?Noch nicht.6) Wie kannst du anderen in dieser Situation Halt geben? (anderen helfen hilft ja bei der eigenen Hilflosigkeit)Indem ich sie in meinen Garten einlade und ihnen zuhöre. Viele Menschen haben niemanden, der ihnen wirklich zuhört. Probleme lassensich oftmals besser lösen, wenn man sie mit einer objektiven
 
 
Person durchsprechen kann. Manchmal möchte man eine Meinung bzw. einen Rat hören. Manchmal wird praktische Hilfe benötigt. Manchmal möchte man einfach nicht alleine sein.7) Welche Idee hast du, wie man in dieser Corona-Zeit das Gemeindeleben noch gestalten könnte? Was wünschst du dir in dieser Zeit (Besonderes) von uns als Gemeindeleitung, von mir als Pastor?Mir ist wichtig, dass wir wirklich eine "Gemeinde der offenen Arme" sind, aber ich habe keine Idee zur Umsetzung in der Corona-Zeit. Die Idee mit der Wäscheleine finde ich gut.Ich wünsche der Gemeindeleitung die Fähigkeit, die Begabungen und Kreativität der Geschwister zu entdecken und zu fördern. Ich wünsche die Offenheit und das Vertrauen, dass eine Bitte oder Feedbackneutral verstanden und nicht als persönliche Kritik bewertet wird.Vom Pastor würde ich gerne hin und wieder eine Predigt zu „klassischen" biblischen Themen hören, wie z.B. die Liebe Gottes, der Heilige Geist, Christus der Erlöser, das Gebet, Vergebung...
 

Impuls zum 26.05.2020 aus der Reihe: „Corona und seine Chancen für uns...“ Am heutigen Dienstag kommt als Gemeindemitglied der EFG Meerholz Ruth Fladung zu Wort. Ich habe sie interviewt und gefragt, wie sie die Corona-Krise erlebt und die gewonnene Zeit füllt. Seien Sie/Seid gespannt... !Ruth Fladung (Jahrgang 1957)1) Wie nutzt du die corona-bedingte Isolation für dich in diesen Tagen? Was machst du vornehmlich oder gerne, was du vielleicht sonst nicht so gemacht hast oder machen konntest? Worauf musst du schmerzlicherweise verzichten?Am Anfang der Krise habe ich -wie viele andere -gedacht, ich könnte die Zeit nutzen, um Liegengebliebenes zu erledigen. Also habe ich im Garten gearbeitet, ein Schränkchen abgeschliffen und lackiert, Schubladen ausgeräumtusw.,bis das in Stress ausgeartet ist.Dann bin ich Psalm 46,11 „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!" mehrmals begegnet und habe begriffen, dass mir Gott etwas sagen will. Seitdem sitze ich morgens,bevor ich mit dem Unterricht von zu Hause beginne, zusammen mit Gott bei einer Tasse Kaffee im Garten. Manchmal reden wir, manchmal sitzen wir nur still da.Insgesamt muss ich feststellen, dass ich nicht wirklich mehr Zeit als vor der Krise habe, weil der digitale Englischunterricht von Zuhause aus sehr zeitintensiv ist. Der Unterricht am Kind ist das, was mir am meisten fehlt.2) Was beschäftigt, sorgt dich in dieser Zeit am meisten? Welche Ängste kommen in dieser Zeit vielleicht besonders stark hoch?Ich finde den Eingriff in das Zwischenmenschliche schlimm. Menschen brauchen Nähe, nicht Abstand voneinander. Ich komme gut damit zurecht, weil ich einige liebe Menschen, um mich herum habe. Ich mache mir eher Gedanken um andere.3) Welche Chancen siehst du (für dich) in dieser Zeit?In den letzten Wochen hatte ich viel Besuch im Garten und empfinde diese Besuche als sehr bereichernd. Es gab viele Probleme zu besprechen und zu bebeten.4) Was wünscht du dir für die nächste Zeit?Mehr Zeit, Erkenntnis, Weisheit und viele weitere Begegnungen.5) Ziehst du irgendwelche Schlüsse für dein Leben in der Zukunft nach der Corona-Krise?Noch nicht.6) Wie kannst du anderen in dieser Situation Halt geben? (anderen helfen hilft ja bei der eigenen Hilflosigkeit)Indem ich sie in meinen Garten einlade und ihnen zuhöre. Viele Menschen haben niemanden, der ihnen wirklich zuhört. Probleme lassensich oftmals besser lösen, wenn man sie mit einer objektiven
 
 
Person durchsprechen kann. Manchmal möchte man eine Meinung bzw. einen Rat hören. Manchmal wird praktische Hilfe benötigt. Manchmal möchte man einfach nicht alleine sein.7) Welche Idee hast du, wie man in dieser Corona-Zeit das Gemeindeleben noch gestalten könnte? Was wünschst du dir in dieser Zeit (Besonderes) von uns als Gemeindeleitung, von mir als Pastor?Mir ist wichtig, dass wir wirklich eine "Gemeinde der offenen Arme" sind, aber ich habe keine Idee zur Umsetzung in der Corona-Zeit. Die Idee mit der Wäscheleine finde ich gut.Ich wünsche der Gemeindeleitung die Fähigkeit, die Begabungen und Kreativität der Geschwister zu entdecken und zu fördern. Ich wünsche die Offenheit und das Vertrauen, dass eine Bitte oder Feedbackneutral verstanden und nicht als persönliche Kritik bewertet wird.Vom Pastor würde ich gerne hin und wieder eine Predigt zu „klassischen" biblischen Themen hören, wie z.B. die Liebe Gottes, der Heilige Geist, Christus der Erlöser, das Gebet, Vergebung...
 

Impuls zum 26.05.2020 aus der Reihe: „Corona und seine Chancen für uns…“
Am heutigen Dienstag kommt als Gemeindemitglied der EFG Meerholz Ruth Fladung zu Wort. Ich habe sie interviewt und gefragt, wie sie die Corona-Krise erlebt und die gewonnene Zeit füllt. Seien Sie/Seid gespannt… !

Ruth Fladung (Jahrgang 1957)

1) Wie nutzt du die corona-bedingte Isolation für dich in diesen Tagen? Was machst du vornehmlich oder gerne, was du vielleicht sonst nicht so gemacht hast oder machen konntest? Worauf musst du schmerzlicherweise verzichten?
Am Anfang der Krise habe ich - wie viele andere - gedacht, ich könnte die Zeit nutzen, um Liegengebliebenes zu erledigen. Also habe ich im Garten gearbeitet, ein Schränkchen abgeschliffen und lackiert, Schubladen ausgeräumt usw., bis das in Stress ausgeartet ist.
Dann bin ich Psalm 46,11 „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!" mehrmals begegnet und habe begriffen, dass mir Gott etwas sagen will. Seitdem sitze ich morgens, bevor ich mit dem Unterricht von zu Hause beginne, zusammen mit Gott bei einer Tasse Kaffee im Garten. Manchmal reden wir, manchmal sitzen wir nur still da.
Insgesamt muss ich feststellen, dass ich nicht wirklich mehr Zeit als vor der Krise habe, weil der digitale Englischunterricht von Zuhause aus sehr zeitintensiv ist. Der Unterricht am Kind ist das, was mir am meisten fehlt.

2) Was beschäftigt, sorgt dich in dieser Zeit am meisten? Welche Ängste kommen in dieser Zeit vielleicht besonders stark hoch?
Ich finde den Eingriff in das Zwischenmenschliche schlimm. Menschen brauchen Nähe, nicht Abstand voneinander. Ich komme gut damit zurecht, weil ich einige liebe Menschen, um mich herum habe. Ich mache mir eher Gedanken um andere.

3) Welche Chancen siehst du (für dich) in dieser Zeit?
In den letzten Wochen hatte ich viel Besuch im Garten und empfinde diese Besuche als sehr bereichernd. Es gab viele Probleme zu besprechen und zu „bebeten“.

4) Was wünscht du dir für die nächste Zeit?
Mehr Zeit, Erkenntnis, Weisheit und viele weitere Begegnungen.

5) Ziehst du irgendwelche Schlüsse für dein Leben in der Zukunft nach der Corona-Krise?
Noch nicht.

6) Wie kannst du anderen in dieser Situation Halt geben? (anderen helfen hilft ja bei der eigenen Hilflosigkeit)
Indem ich sie in meinen Garten einlade und ihnen zuhöre. Viele Menschen haben niemanden, der ihnen wirklich zuhört. Probleme lassen sich oftmals besser lösen, wenn man sie mit einer objektiven
Person durchsprechen kann. Manchmal möchte man eine Meinung bzw. einen Rat hören. Manchmal
wird praktische Hilfe benötigt. Manchmal möchte man einfach nicht alleine sein.

7) Welche Idee hast du, wie man in dieser Corona-Zeit das Gemeindeleben noch gestalten könnte? Was wünschst du dir in dieser Zeit (Besonderes) von uns als Gemeindeleitung, von mir als Pastor?
Mir ist wichtig, dass wir wirklich eine "Gemeinde der offenen Arme" sind, aber ich habe keine Idee zur
Umsetzung in der Corona-Zeit. Die Idee mit der Wäscheleine finde ich gut.
Ich wünsche der Gemeindeleitung die Fähigkeit, die Begabungen und Kreativität der Geschwister zu
entdecken und zu fördern. Ich wünsche die Offenheit und das Vertrauen, dass eine Bitte oder
Feedback neutral verstanden und nicht als persönliche Kritik bewertet wird.
Vom Pastor würde ich gerne hin und wieder eine Predigt zu „klassischen" biblischen Themen hören,
wie z.B. die Liebe Gottes, der Heilige Geist, Christus der Erlöser, das Gebet, Vergebung...

 

Impuls zum 26.05.2020 aus der Reihe: „Corona und seine Chancen für uns...“ Am heutigen Dienstag kommt als Gemeindemitglied der EFG Meerholz Ruth Fladung zu Wort. Ich habe sie interviewt und gefragt, wie sie die Corona-Krise erlebt und die gewonnene Zeit füllt. Seien Sie/Seid gespannt... !Ruth Fladung (Jahrgang 1957)1) Wie nutzt du die corona-bedingte Isolation für dich in diesen Tagen? Was machst du vornehmlich oder gerne, was du vielleicht sonst nicht so gemacht hast oder machen konntest? Worauf musst du schmerzlicherweise verzichten?Am Anfang der Krise habe ich -wie viele andere -gedacht, ich könnte die Zeit nutzen, um Liegengebliebenes zu erledigen. Also habe ich im Garten gearbeitet, ein Schränkchen abgeschliffen und lackiert, Schubladen ausgeräumtusw.,bis das in Stress ausgeartet ist.Dann bin ich Psalm 46,11 „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!" mehrmals begegnet und habe begriffen, dass mir Gott etwas sagen will. Seitdem sitze ich morgens,bevor ich mit dem Unterricht von zu Hause beginne, zusammen mit Gott bei einer Tasse Kaffee im Garten. Manchmal reden wir, manchmal sitzen wir nur still da.Insgesamt muss ich feststellen, dass ich nicht wirklich mehr Zeit als vor der Krise habe, weil der digitale Englischunterricht von Zuhause aus sehr zeitintensiv ist. Der Unterricht am Kind ist das, was mir am meisten fehlt.2) Was beschäftigt, sorgt dich in dieser Zeit am meisten? Welche Ängste kommen in dieser Zeit vielleicht besonders stark hoch?Ich finde den Eingriff in das Zwischenmenschliche schlimm. Menschen brauchen Nähe, nicht Abstand voneinander. Ich komme gut damit zurecht, weil ich einige liebe Menschen, um mich herum habe. Ich mache mir eher Gedanken um andere.3) Welche Chancen siehst du (für dich) in dieser Zeit?In den letzten Wochen hatte ich viel Besuch im Garten und empfinde diese Besuche als sehr bereichernd. Es gab viele Probleme zu besprechen und zu bebeten.4) Was wünscht du dir für die nächste Zeit?Mehr Zeit, Erkenntnis, Weisheit und viele weitere Begegnungen.5) Ziehst du irgendwelche Schlüsse für dein Leben in der Zukunft nach der Corona-Krise?Noch nicht.6) Wie kannst du anderen in dieser Situation Halt geben? (anderen helfen hilft ja bei der eigenen Hilflosigkeit)Indem ich sie in meinen Garten einlade und ihnen zuhöre. Viele Menschen haben niemanden, der ihnen wirklich zuhört. Probleme lassensich oftmals besser lösen, wenn man sie mit einer objektiven
 
 
Person durchsprechen kann. Manchmal möchte man eine Meinung bzw. einen Rat hören. Manchmal wird praktische Hilfe benötigt. Manchmal möchte man einfach nicht alleine sein.7) Welche Idee hast du, wie man in dieser Corona-Zeit das Gemeindeleben noch gestalten könnte? Was wünschst du dir in dieser Zeit (Besonderes) von uns als Gemeindeleitung, von mir als Pastor?Mir ist wichtig, dass wir wirklich eine "Gemeinde der offenen Arme" sind, aber ich habe keine Idee zur Umsetzung in der Corona-Zeit. Die Idee mit der Wäscheleine finde ich gut.Ich wünsche der Gemeindeleitung die Fähigkeit, die Begabungen und Kreativität der Geschwister zu entdecken und zu fördern. Ich wünsche die Offenheit und das Vertrauen, dass eine Bitte oder Feedbackneutral verstanden und nicht als persönliche Kritik bewertet wird.Vom Pastor würde ich gerne hin und wieder eine Predigt zu „klassischen" biblischen Themen hören, wie z.B. die Liebe Gottes, der Heilige Geist, Christus der Erlöser, das Gebet, Vergebung...
 

Impuls zum 18.05.2020 aus der Reihe: „Corona und seine Chancen für uns…“

Am heutigen Dienstag komm Ruth Schneider aus unserer Gemeinde, der EFG Meerholz, zu Wort. Ich habe sie interviewt und gefragt, wie sie die Corona-Krise erlebt und wie sie die gewonnene Zeit füllt. Eine Buch- und eine Hör-Empfehlung gibt es auch. Seien Sie/Seid gespannt…!

 

Ruth Schneider

1) Wie nutzt du die corona-bedingte Isolation für dich in diesen Tagen? Was machst du vornehmlich oder gerne, was du vielleicht sonst nicht so gemacht hast oder machen konntest? Worauf musst du schmerzlicherweise verzichten?

Die Corona bedingte Isolation ändert so viel im Zwischenmenschlichen und den sozialen Kontakten. Ich verständige mich per whatsapp, Videotelefonie und Telefon. Auch gibt es Kurzbesuche auf Abstand und es tut gut, Menschen persönlich zu sehen und sich beispielsweise vom Garten aus, zum Balkon nach oben, in die Augen zu blicken.

Derzeit ist mein Garten mein großes Hobby und dafür ist nun mehr Zeit. Innehalten, die Natur beobachten, erleben wie Jungvögel im Nest aufwachsen, wie eine Holzbiene ihr Nest in einem alten Stamm auf der Terrasse baut, Dankbarkeit, dass die Natur sich erholen kann, kein Flugzeuglärm.

Schmerzlich vermisse ich immer wieder den innigen Kontakt zu den Menschen, die mir sehr lieb sind, Umarmungen mit meinem Kindern und den Geschwistern aus der Gemeinde

2) Was beschäftigt, sorgt dich in dieser Zeit am meisten? Welche Ängste kommen in dieser Zeit vielleicht besonders stark hoch?

Ich schaue täglich "CoronaTV", und manchmal gibt es nichts wirklich Neues. Trotz aller Experten wissen wir immer noch nicht, wie es sich weiter entwickeln wird und welche Ausmaße die Krise sowohl wirtschaftlich, als auch im Hinblick auf fehlende Spendengelder für die Ärmsten der Armen, und in Not geratene Menschen, haben wird.

Ich persönlich bin auch Betroffene, aber die Dankbarkeit, dass ich nicht in existentielle Not gerate, überwiegt.

3) Welche Chancen siehst du (für dich) in dieser Zeit?

Innehalten, schauen was wirklich wichtig ist im Leben, was wir wirklich brauchen, um glücklich zu sein.

Konsumverhalten überdenken, auch die Frage muss ich mit dem Flugzeug vereisen oder kann es auch mal ein Urlaub "zuhause sein". Es gibt auch so viel zu sehen, auch in Deutschland.

4) Was wünscht du dir für die nächste Zeit?

Dass wir uns alle wieder freier bewegen können, keine Angst haben, jemanden anzustecken oder selbst zu erkranken.

Ich möchte wieder Menschen besuchen und einladen, auch unsere Gemeinde wieder "erleben", mit unserer Lobpreisband proben und sonntags im Gottesdienst spielen und singen können.

5) Ziehst du irgendwelche Schlüsse für dein Leben in der Zukunft nach der Corona-Krise?

Kann ich noch nicht sagen, ist abhängig, wie es sich weiter entwickelt und wie lange es andauert.

6) Wie kannst du anderen in dieser Situation Halt geben? (anderen helfen hilft ja bei der eigenen Hilflosigkeit)

Ich bin für sie da, wenn sie mich brauchen!

7) Welche Idee hast du, wie man in dieser Corona-Zeit das Gemeindeleben noch gestalten könnte? Was wünscht du dir in dieser Zeit (Besonderes) von uns als Gemeindeleitung, von mir als Pastor?

Dass wir angefangen haben, Gottesdienste zu feiern, darüber bin ich sehr froh! Wenn wir dies derzeit mit Mundschutz und Abstand tun, hat das nichts damit zu tun, dass ich nicht darauf vertraue, dass Gott unsere Gesundheit schützt, sondern eher damit, dass wir verantwortungsvoll miteinander umgehen und sich jeder sicher fühlen kann.

Ich wünsche mir, dass Menschen ihre Sorgen besprechen und sich vertrauensvoll einander zuwenden und gut damit umgehen. Ich wünsche mir gemeinsames Beten, dass sich Menschen im Gebet an Gott wenden, ihre Sorgen abgeben und Ruhe und Frieden finden.

Zum Schluss kannst du dann gerne noch einen Buch-/Lese-Tipp und einen Musik-/Hör-Tipp zum Besten geben.

Mein Lesetipp derzeit:

"Das Schlachtfeld der Gedanken" von Joyce Meyer ISBN 978-3-939627-93-7

Ein Lied, das ich gerne höre und mich ruhig werden lässt:

"Vater aller Schöpfung - lass mich deine Herrlichkeit sehen" von Michael David Boyd

https://www.youtube.com/watch?v=FfyjQ87_zNg

 

 

Gott verändert, indem er uns atmen lässt

Liebe Gemeinde,

einer der größten Missionare der Kirchengeschichte, Paulus von Tarsus, war, wie wir wissen, nicht immer so fromm und christenfreundlich. Vor seiner Bekehrung durch die Begegnung mit dem auferstandenen Christus (vgl. Apg 9) war er voller Hass und Zerstörungswut gegenüber seinen späteren Geschwistern. Er hat sie verfolgt, denunziert und einen großen Teil dazu beigetragen, dass viele von ihnen um´s Leben gekommen sind. Aber Gott hat ihn verändert! Nur wie? Als Christenmenschen sind wir häufig dazu geneigt zu glauben, Gott ändere Menschen, indem er ihre gesamte Persönlichkeit auf einmal von Kopf auf die Füße stellt. Wir stellen uns dann vor, er würde schwierige, problematische Eigenschaften aus uns „herausreißen“ und völlig neue in uns einpflanzen. Am besten noch innerhalb von Sekunden, während jemand über uns betet. Ist nicht auch Paulus innerhalb in Sekundenschnelle von seinem hohen Ross heruntergefallen und vom „Saulus zum Paulus“ geworden, wie der Volksmund sagt?[1] – Es ist übrigens hochinteressant, dem nachzugehen, welche Motivation bei Paulus vorlag, von einem hassenden Christenverfolger zu einem leidenschaftlichen Missionar der Kirchengeschichte werden zu wollen. Dazu mal mehr in einer längeren Predigt. – Jedenfalls: Dass diese Art und Weise der „Ad-hoc-Veränderung“ – wenn überhaupt – nur sehr selten geschieht, wissen wir auch! Veränderung ist oft ein langwieriger, schmerzhafter Prozess, der auch durch Rückschläge gekennzeichnet ist. An dieser Stelle nun bewegen wir zunächst die Frage: Wie verändert Gott Menschen?

Eigenschaften, Gewohnheiten oder auch Haltungen kann man meiner Meinung nach auch als eine Form von Energie verstehen, die auf eine bestimmte Art und Weise ausgerichtet ist. Ein Beispiel: Angst ist häufig blockierte, unter einem Verdikt stehende und damit ungelebte Lebensfreude. Sobald man aber anfängt, einen ausgelasseneren Lebensstil einzuüben, wird man spüren, dass die Angst in gleichem Maße abnimmt, wie die Lebensfreude zunimmt. Was Gott nun häufig tut, wenn er uns Menschen verändert – so jedenfalls stelle ich es mir mit meinem begrenzten menschlichen Horizont vor –, ist dieses: Er ermöglicht uns von Zeit zu Zeit immer wieder zeitliche Freiräume oder Auszeiten, in denen wir zur Ruhe kommen, Luft holen und atmen dürfen und entdecken können, welche Gefühle und Haltungen uns im Alltag antreiben.

Die zwangsbedingte Corona-Isolation kann man ja als eine solche von Gott ermöglichte Auszeit verstehen. Im Laufe der Zeit wird es uns durch Gottes Liebe, wenn wir an ihr festhalten, dann möglich, ein „Ja“ zu unseren Gefühlen und Haltungen zu finden, die uns und anderen zur Last geworden sind. In dem Moment aber, in dem dies geschieht, ist auch Veränderung möglich. Warum? Ein „Ja“ zu Gefühlen und Haltungen zu finden, heißt, diese zu umarmen und sie als ein Teil von einem selbst zu akzeptieren. Tun wir dies, steht deren Energie gewissermaßen in uns zur freien Verfügung. Wir können sie dann so für uns nutzen, wie es uns und anderen gut tut; beispielsweise für andere Eigenschaften, die wir mit ihrer Hilfe trainieren und uns so mit der Zeit aneignen. Etwas vereinfach gesagt könnten wir auch sagen: Wir überführen mit der Zeit die Energie der einen Eigenschaft in eine andere Eigenschaft über. Bei Paulus hat Gott also die „Mordsenergie“, die in ihm tobte und diesen gegen seine Mitmenschen toben ließ, umgewandelt und überführt in ein Engagement tätiger Nächstenliebe. Diese hat Paulus fortan angetrieben, zu den Menschen zu gehen, um ihnen von der Liebe Gottes zu erzählen und diese ihnen näher zu bringen.

Weiter unten habe ich links 26 Haltungen/Eigenschaften alphabetisch aufgezählt, die uns Menschen bisweilen das Leben sehr erschweren können. Rechts habe ich ebenfalls 26 Haltungen/Eigenschaften aufgelistet, die gewissermaßen die positiven Gegenstücke zu den linksseitigen darstellen. Suche dir in dieser Corona-Zeit eine der 26 Haltungen links heraus, die du mit Gottes Hilfe in die entsprechende Haltung rechts überführen möchtest. Dann nimm dir jeden Tag fünf Minuten Zeit, in denen du dich in Gottes Gegenwart begibst und ganz bewusst folgende Atemübung praktizierst:

Atme tief ein und sage dabei: „Ich atme [rechtseitige Haltung] ein.“ Dann atme tief aus und sage dabei „Ich atme [linksseitige Haltung] aus.“ Stell dir währenddessen vor, wie dabei automatisch die Energie der linksseitigen Haltung in die rechtsseitige überströmt und diese belebt. Gott segne dich bei dieser Übung! – Und hier kommen die 26 Haltungen/Eigenschaften. Es sind natürlich nur Beispiele. Du kannst dir für die einzelnen Buchstaben auch andere Haltungsbegriffe ausdenken, mit denen du vielleicht mehr anfangen kannst.

Angst                                                 A                                Ausgelassenheit

Bitterkeit                                           B                                Barmherzigkeit

Chamäleon-Mentalität[2]                 C                                Charakter-Stärke

Dekadenz-Gefühle                           D                                Dankbarkeit

Engstirnigkeit                                   E                                Einheitsdenken

Frustration                                        F                                Freude

Geiz                                                   G                                Großzügigkeit

Hass                                                  H                                Herzlichkeit

Ignoranz                                            I                                  Interesse

Jähzorn                                            J                                 Jubel (janz ruhig)

Kantige Kratzbürstigkeit                K                                 Kompromissbereitschaft

Larmoyanz                                       L                                Lust empfinden

Minderwertigkeitsgefühle              M                                Mut

Neid                                                  N                                Nett-Sein

Ohnmacht                                        O                                Omnipotenz (alles ist möglich)

Pampig-Sein                                    P                                 Pazifismus

Quatsch-Macherei                           Q                                Qualitäts-Bewusstsein

Rastlosigkeit                                    R                                Ruhe

Schuldgefühle und Streitlust         S                                 Sanftheit (für sich und andere)

Trägheit                                            T                                Tempo

Unruhe                                             U                                Urvertrauen

Verstockung                                     V                                Vergebung

Wut                                                   W                               Wohlgefühl

X-Beliebigkeit                                  X                                Exaktheit

Youngster-Mentalität[3]                  Y                                „Yes, I really can!“

Zorn                                                  Z                                 Zärtlichkeit

 

[1] Übrigens: Lukas spricht erst in Apg 13,9 nebenbei von „Saulus, der auch Paulus heißt“, als er bei einer Missionsreise im Zusammenhang mit der Bekehrung des Statthalters von Zypern Sergius Paulus den Magier Elymas blendet. Daher ist es wohl so, dass Saulus seinen Namen nicht wegen seiner Bekehrung und Taufe zum christlichen Glauben wechselte, wie es der Volksmund durch sein Sprichwort nahelegt. Juden wählten im fremden Lebensumfeld und in der Diaspora tatsächlich häufig einen zweiten Namen, der für Außenstehende sogleich verständlich war und vom Klang her möglichst nahe an ihrem ursprünglichen Namen lag. Paulus hat dadurch seine Möglichkeiten zur „Verkündigung des Evangeliums“ sicherlich auch erweitert.

[2] Sich ständig anpassen müssen. Der Farbwechsel dient bei Chamäleons übrigens nicht in erster Linie der anpassungsorientierten Tarnung, sondern vor allem zur Kommunikation mit Artgenossen. Die Färbung hängt zudem von äußeren Faktoren wie Temperatur, Sonneneinstrahlung, Tageszeit oder Luftfeuchtigkeit ab.

[3] Scherzhaft: Grünschnabel-Mentalität – Wenn man quasi großspurig daher kommt und vorgibt, etwas zu können, was man aber eigentlich nicht kann.

 

Impuls zum 28.04.2020 aus der Reihe: „Corona und seine Chancen für uns…“

Am heutigen Dienstag kommen das Ehepaar Ingeborg und Wolfgang Hergert aus unserer Gemeinde, der EFG Meerholz, zu Wort. Ich habe beide interviewt und sie gefragt, wie sie die Corona-Krise erleben und wie sie die gewonnene Zeit füllen. Eine Buch- und eine Hör-Empfehlung gibt es auch. Seien Sie/Seid gespannt…!

 

Ingeborg Hergert (*1950) und Wolfgang Hergert (*1948) 

1) Wie nutzt ihr die corona-bedingte Isolation für euch in diesen Tagen? Was macht ihr vornehmlich oder gerne, was ihr vielleicht sonst nicht so gemacht habt oder machen konntet? Worauf musstet ihr schmerzlicherweise verzichten?

Haben das gemacht, was alle gemacht haben: Keller und die Gartenhütte aufgeräumt und Gartenarbeit.

Verzicht auf unser Einkommen von Sowiedaheim, da wir keine Gäste in unserem Haushalt betreuen dürfen.

Und Urlaubsabsage in Norwegen.

2) Was beschäftigt, sorgt euch in dieser Zeit am meisten? Welche Ängste kommen in dieser Zeit vielleicht besonders stark hoch?

Dass ein Weg gefunden wird, der für alle Länder gilt, z. B. Maskenpflicht in Kindergärten, Schulen und Gaststätten usw. Die Angst sich anzustecken.

3) Welche Chancen seht ihr (für euch) in dieser Zeit?

Die Chance in der Krise: endlich mal zur Ruhe kommen; mit den Rädern durch unsere wunderschöne Natur fahren zu können.

Da wir z. Zt. keine Gäste haben, sind wir kreativ geworden. Wir haben endlich Zeit, die Fliesen im Flur und in der Küche legen zu lassen, die schon 5 Jahre im Keller rumliegen. Ohne Corona würden die vielleicht noch länger dort liegen.

4) Was wünscht ihr euch für die nächste Zeit?

Dass die Pandemie einfach so vom Wind weggetragen wird. Und dass wir wieder Gottesdienst haben uneingeschränkt mit Lobpreis und dass schnell ein Impfstoff gegen das Corona gefunden wird.

5) Zieht ihr irgendwelche Schlüsse für euer Leben in der Zukunft nach der Corona-Krise?

Intensiver zu leben und nicht alles als selbstverständlich zu sehen. Mehr Zusammenhalt unter den Menschen.

6) Wie könnt ihr anderen in dieser Situation Halt geben? (anderen helfen hilft ja bei der eigenen Hilflosigkeit)

Wenn wir mit Menschen beten, die noch keine Christen sind, und wir Ihnen dadurch Mut machen, dass Jesus unser Halt im Leben ist. Nur Jesus kann uns unsere Würde wieder geben.

7) Welche Idee habt ihr, wie man in dieser Corona-Zeit das Gemeindeleben noch gestalten könnte? Was wünscht ihr euch in dieser Zeit (Besonderes) von uns als Gemeindeleitung, von mir als Pastor?

Evtl. 2 Gottesdienste um 10.00 und um 11.00 Uhr. Gesang und Lobpreis über Youtube über unsere Leinwand produzieren?

Liedvorschlag: Du vergibst mir all meine Schuld....

Buchvorschlag: Wunder aus Liebe..... Pierrot Fey

 

„Erfolg ist kein Name Gottes“ oder: Warum Corona dem Evangelium nichts anhaben kann…

Als Christen in der Nachfolge Jesu müssen wir oft „durchhalten“. Immer wieder erleben wir uninteressiertes Achselzucken, genervtes Augenrollen oder rauen Gegenwind, wenn wir unseren Glauben leben. Dass Gott ganz bewusst eine Rolle im Leben eines Menschen spielen soll, scheint unzeitgemäß, unwissenschaftlich, unverantwortlich. Wer glaubt, ist doch von gestern. Nicht selten beschleichen uns dann Zweifel: „Lohnt es sich überhaupt, den Weg des Glaubens durchzuhalten?“ Und jetzt kommt auch noch die Corona-Krise dazwischen und macht es unmöglich, die vielen bewährten Wege zu beschreiten, auf denen wir bisher das Evangelium weitergetragen haben. Vieles bricht ein oder steht still. Da denken wir vielleicht an die bekannte Weisheit der Dakota-Indianer: „Wenn Du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab!“ Woran aber erkennen wir, dass wir ein „totes Pferd“ reiten? Daran, dass wir auf Desinteresse stoßen, Wege verbaut sind, es nicht mehr vorwärts geht und der „Erfolg“ ausbleibt? Nicht unbedingt! Wir antworten mit dem tieffrommen jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber: „Erfolg ist kein Name Gottes“! „Erfolg“ gehört unbestritten zu den zentralen Begriffen der „Wirtschaftswelt“. Eine gute Unternehmensführung und eine erfolgreiche Finanzbilanz gehören untrennbar zusammen: Je besser, desto erfolgreicher. Und je erfolgreicher, umso besser. Eine Gemeinde aber ist nicht primär – und auch nicht sekundär! – ein wirtschaftliches Unternehmen, das gewinnoptimierend geführt werden muss. Und das Evangelium ist kein göttliches Produkt, das von christlichen Vertretern möglichst günstig (billig?) auf den Markt geworfen werden soll. Das Evangelium ist unauflöslich mit Menschen verbunden. Eine christliche Gemeinde: Das sind Menschen! Und Menschen darf man niemals in Zahlen und Ziffern, Werten und Währungen messen. Menschen müssen nicht funktionieren wie programmierte Maschinen, die einen bestimmten Output ausspucken, weil sie zuvor mit einem bestimmten Input gefüttert wurden. Hätte dann nicht auch Jesus von seinem Pferd absteigen müssen, als er quasi als erster „circuit rider“ der christlichen Weltgeschichte die Liebe Gottes den Menschen nahe brachte? (Die „circuit rider“ waren meist methodistische Missionare zu Pferd, die in den frühen Jahren der US-amerikanischen Gründungsgeschichte evangelisierend das Land durchritten. Denn hat nicht Jesus genug Widerstand, Stocken und Misserfolg erlebt bis hin zum schmählichen Tod am Kreuz?)

Noch einmal: Lohnt es sich, als christliche Gemeinde den Ritt durch die Weltgeschichte durchzuhalten? Fragen wie diese haben sich in der Bibel immer wieder Menschen gestellt, die Gottes Ruf gefolgt sind, z. B. das Volk Israel in der Wüste. Wie es da hindurch stolpert durch den öden Wüstensand unter der brennenden Sonne, ausgelaugt durch die brütende Hitze, verbraucht in brutalen Schlachten, gerade mal so am Leben erhalten durch ein bisschen Manna und Wachteln vom Himmel, die es auch noch mühsam aufzulesen galt. Ganz sicherlich keine Erfolgsgeschichte! Da wünschte man sich lieber zurück an die Fleischtöpfe Ägyptens. Da gab es wenigstens regelmäßig zu essen. Da hatte man einen geregelten Tagesablauf. Klare Strukturen. Und da wusste man jederzeit, wann man „falsch“ oder „richtig“ war, weil man sich nur den Regeln entsprechend „falsch“ oder „richtig“ verhalten musste! Doch der Preis für ein Leben an den Fleischtöpfen wäre hoch gewesen: Da hätte man nämlich das deprimierende Gefühl aushalten und durchhalten müssen, nicht selber zu leben, sondern gelebt zu werden! Nicht der Stimme des eigenes Herzens zu folgen, sondern dem Gebrülle fremder „Hirten“, die einen nicht sanft mit dem Stabe führen, sondern brutal mit dem Stocke antreiben würden. So kann es gehen, wenn man lebt in fremden Welten. In unserer Welt ist das oft ähnlich. Auch hier werden Menschen fremdgeführt nur eben subtiler, unterschwelliger, leiser: Verführt durch Macht, in die Irre geführt durch Geld, eingelullt durch Bequemlichkeit oder eben: verblendet durch Erfolg. Mag sein, dass der Eindruck entsteht: Auf einem Pferd des Erfolges lohnt es sich, den Ritt durchzuhalten. Doch hinter den blühenden Landschaften, durch die es einen geschwind im Diesseits führt, wartet unter Umständen ein riesiger, endloser Abgrund im Jenseits: Das Nichts, das die gähnende Leere der eigenen Seele widerspiegelt, die nämlich nichts mit dieser Erfolgsgeschichte zu tun gehabt hat, sondern eine einzige Lüge war. „Du kannst mit einer Lüge um die ganze Welt kommen. Aber du kommst nie bei dir selbst an!“ So lautet ein russisches Sprichwort.

Es lohnt sich, als Christ in der Nachfolge den Ritt des Glaubens durch die Welt durchzuhalten – entgegen allen Widerspenstigkeiten und Unzulänglichkeiten des alltäglichen Lebens und Erlebens! Auch entgegen allen scheinbaren Misserfolg und Stillstand – ob dieser nun auf menschliches Desinteresse oder durchkreuzende Viren zurückzuführen ist. Denn Christen wissen: Nachfolge Jesu heißt, darauf zu vertrauen, dass es Gott nicht wichtig ist, wie hoch der Produktionserfolg ist, den ein Christ erzielt und der die Umgebung beeindrucken soll, auf dass sie das Produkt „Evangelium“ kaufen; sondern dass es für einen Christen einzig und allein darauf ankommt, ob das, was er tut und wie er lebt, stimmig ist für ihn selbst und ob es in ihm selbst die Resonanz wachruft: „Das Evangelium hat wirklich etwas mit mir zu tun!“ – unabhängig vom äußeren Erfolg. Nachfolge Jesu heißt, zu erkennen, dass es nicht darauf ankommt, welche Strecke ein Christ auf dem Pferd des Evangeliums zurücklegt, sondern wie er auf ihm reitet. Da verbinden sich zwei Herzschläge und schlagen harmonisch zusammen: Der Herzschlag des Pferdes und der Herzschlag des Reiters. Nachfolge Jesu heißt, der Sonne entgegen zu reiten in das „Verheißene Land“, also eigenen Grund und Boden unter die Füße zu bekommen, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln usw.. Und auch wenn der Himmel am Horizont sich tief dunkel verfärbt, ist ein Christ nicht allein unterwegs und muss durchhalten, sondern er darf sich wissen in der schützenden Geborgenheit einer Gemeinschaft gleichgesinnter Geschwister, in der alle miteinander durchhalten.

                                             Es sagt Amen und grüßt herzlich Pastor Parvis