„Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Römer 8,18

Liebe Gemeindebriefleser!

Während ich den Monatsspruch lese, um mir darüber Gedanken zu machen, um etwas zu schreiben, fällt mir ein Bericht eines afrikanischen Arztes ein, den ich vor zwei Tagen in der „idea“ gelesen habe. Dieser Schwarzafrikaner berichtet aus dem Kongo über schrecklichste Vergewaltigungen von Frauen in so schonungsloser, detaillierter Weise, dass es mich sehr aufgewühlt hat, ja mir regelrecht schlecht wurde bei den Einzelheiten und ich nicht begreifen kann, dass es Bestien von Menschen geben kann, die so etwas tun. Und nun in diesem Monatsspruch: Die Leiden dieser Zeit fallen nicht ins Gewicht, gegenüber…! Ich möchte nicht dieser Arzt sein, um diesen überaus gepeinigten und gequälten Frauen so etwas als Trost sagen zu müssen.

Ich besuche jemanden, der an einer sehr schweren unheilbaren Krankheit leidet und dessen Familie durch viele Geschehnisse gebeutelt ist, bis hin zur Ermordung der Nichte. Hier wurde mir auch schon die Frage gestellt: Warum lässt Gott dieses Leiden zu?! Ich konnte nur antworten: Ich weiß es nicht!

Wenn der Apostel von Leiden spricht, die er sicherlich in einer Form hatte, wie wir sie nie kennenlernen werden, so frage ich mich: Wie ist das mit unseren Leiden. Können wir dieses Wort angesichts der Kongo-Frauen noch in den Mund nehmen?

Trotzdem: Auch jeder von uns kennt Krankheitsleid, seelisches Leid, Leiden über Familienverhältnisse und -geschehnisse; auch Leiden über Gemeindeverhältnisse.

Bei der Fragestellung, warum lässt Gott das zu, habe ich schon geantwortet: Er hat uns nicht ein bequemes, angenehmes leidfreies Diesseits verheißen, sondern die (leidfreie) Ewigkeit bei ihm. Welche Glaubensstärke und Gewissheit hatte der Apostel Paulus bei seiner Überzeugung „...fallen nicht ins Gewicht, gegenüber der Herrlichkeit, die uns bei Gott erwartet“.

Ich denke an die Trostlosigkeit eines Nichtglaubenden, wo im Leid nur Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bleiben.

Ich wünsche uns, dass, wenn wir in Leid kommen oder sind, diese göttliche Herrlichkeitshoffnung in uns stark werde. Jesus, der Sohn Gottes spricht uns in den Seligpreisungen bei allem Leid sein „Selig seid ihr…!“ zu.

Mit herzlichem Segensgruß,

Ernst Wagner