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Denn ein jeglicher Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.
Prediger 3,13
Das 3.Kapitel des Predigerbuches, dem der Monatsspruch entnommen ist, trägt die Überschrift: Alles hat seine Zeit.
Wir kennen diese Auflistung: Alles hat seine Zeit: geboren werden -sterben; lachen - weinen; lieben - hassen ... usw.
Auch den Monatsspruch können wir hier mit einreihen. Auch Essen und Trinken hat seine Zeit. Es ist kein Automatismus: Essen und trinken und dabei fröhlich sein trotz Mühe und Arbeit. Der Prediger bringt hier Gott mit ins Spiel. Wenn wir das Gute (Essen und Trinken) und das Nichtgute (Mühe und Arbeit) aus Gottes Hand nehmen, von ihm her erleben, bekommt es andere Inhalte und Werte. Es geht hierbei nicht um das fromme Schlagwort "positives Denken"; nicht darum, sich etwas vorzumachen, sondern um eine umfassende Abhängigkeit von Gott. Ein aus seinem Geist Einschätzen und Erleben aller Lebensumstände. Da ist mir ein Mensch begegnet, der eine durchweg negative Lebenseinstellung hat. Alles sieht er schwarz. Auch wenn im Frühling die Sonne endlich wieder wärmer scheint. Schon in seiner Sprechweise bringt er diesen negativen Sound rüber.
Das will Gott nicht. Wir sollen uns freuen und Essen und Trinken genießen, aus seiner Hand nehmen - zu seiner Zeit.
Da ist aber auch die Mühe und Arbeit. Wir können sie ewig nörgelnd und klagend bewältigen. Aber kennen wir nicht auch das Gefühl von Zufriedenheit nach einem arbeitsreichen, mühevollen Tag? Das Glücksgefühl, etwas geleistet zu haben? Das ist kein "sich auf seinen Lorbeeren ausruhen", sondern auch ein Geschenk Gottes - zu seiner Zeit.
Ich denke öfters an die Menschen -sie sind in der Mehrzahl- auf unserem Globus, die sich auch mühen und abrackern, -wie wir- , aber trotzdem nicht satt werden oder nur sehr wenig zu essen haben. Da ist keine Einsicht der Arbeitgeber, keine fürsprechende Gewerkschaft; nur ein despotischer Herrscher. Und wenn hier nun Christen sind!? Wie gehen die mit diesem Vers um? - Ich kann die Frage(n) nicht beantworten!
Wer ist nun überhaupt der Schreiber dieses Monatsspruches, des Predigerbuches? - Es ist Salomo. Königskind, Prinz, später selber König.
Wahrscheinlich hatte er immer zu Essen und zu Trinken; mehr und besser als das übrige Volk. Aber er hatte auch Mühe und Arbeit. Er wusste sich von Gott abhängig; war ein kluger Mann. Er hat Gott nicht um Reichtum gebeten, sondern um Weisheit. Beides wurde ihm zuteil.
Nehmen wir Essen und Trinken aus Gottes Hand. Wir dürfen/sollen es fröhlich genießen. Gott ist nicht leibfeindlich. Aber das Leben besteht eben nicht nur aus fröhlichem Essen und Trinken, sondern auch aus Mühe und Arbeit.
Der Herr schenke uns die Gnade, alles aus seiner Hand zu nehmen, von ihm her zu (er)leben.
Mit herzlichem Gruß
Ernst Wagner |