Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebr.11,1)

Was ist Glaube? Mit Volksmund heißt es „Glauben ist Nicht-Wissen“ bei Wikipedia liest man „ein Sachverhalt wird für wahrscheinlich gehalten“ und Paulus sagt in der Bibel Glaube ist eine „feste Zuversicht …“ Was stimmt denn nun?

Fest steht, dass Glaube nicht „Verstehen“ voraussetzt, sondern eher im Gegenteil: echter Glaube schießt das Übernatürliche, also das was man mit dem Verstand nicht begreifen kann, ausdrücklich mit ein. Das stimmt, denn außer den historischen Tatsachen über Jesu Leben und Sterben können wir nichts beweisen. Unser Glaube verlässt sich darauf, dass Gott zuverlässig ist und seine Zusagen über Erlösung und ewiges Leben wahr sind. Gegen alle Vernunft sollen wir nicht zweifeln an Dingen, die man „hofft, aber nicht sieht“, schreibt Paulus und zählt aus dem alten Testament zahllose Vorbilder für echten Glauben auf.

Im neuen Bund, der seit dem Tod Jesu für uns gilt, schließen sich an den Glauben auch zahllose Verheißungen, also wunderbare Versprechungen  an. Das jedermann geläufige „Alles (wird) gut“ hat plötzlich eine (göttliche) Grundlage.

Sind wir bereit, diese unberechenbaren Dinge genauso für möglich oder sogar für wahr zu halten wie die Glaubenssätze, die wir im Glaubensbekenntnis sprechen? Der Jünger Thomas wurde von Jesus gerügt, weil er nicht glauben wollte, was er nicht gesehen hatte. Wie arm und berechenbar wäre unser Leben ohne die Dimension des Unerwarteten. Wie hilflos und der so genannten Realität ausgeliefert müssten wir uns ohne das Eingreifen Gottes fühlen, dass unser eigenes Verstehen und unsere Möglichkeiten übersteigt.

Die Dtsch. Multiples Sklerose Gesellschaft) hat dem Welt-MS-Tag in diesem Jahr das Motto „Unheilbar optimistisch“ gegeben, und das bei einer medizinisch gesehen unheilbaren Erkrankung. Wie viel mehr darf dieser Slogan für Christen gelten.

Vielleicht sollten wir uns gegenseitig mehr Anteil geben an den kleinen oder großen „Alltags-Wundern“ bewirkt durch einen lebendigen Gott. Da heißt es eben nicht, „Glück gehabt“, sondern „Gott sei Dank“.

Dazu eine kleine Begebenheit aus meiner Geschichte:

Als ich vor ein paar Jahren an einem heißen Sommertag in Bad Orb spazieren ging, verließ mich die Kraft und ich schleppte mich gerade noch so zu einem Café auf einer Anhöhe hinter dem Wildpark. Ich hatte keine Ahnung, wie ich es zurück zu meinem Auto schaffen sollte. Aber immerhin war ich überzeugt, dass mir (mit Gottes Hilfe) schon etwas einfallen würde. Als ich auf der Terrasse meinen Cappuccino bestellte, sah ich in die Runde der anderen Gäste, und zu meinem größten Erstaunen entdeckte ich eine Bekannte von früher. Sie war mit dem Auto hergefahren und bot mir, bevor ich diese Bitte überhaupt äußern konnte, an mich zurück zufahren.

Auf so eine einfache Lösung hatte ich nicht zu hoffen gewagt … aber warum eigentlich nicht? Vielleicht versuche ich es das nächste Mal mit „unheilbar optimistisch“ und rechne früher mit Gottes Ideen.

Ich wünsche Ihnen/Euch viele überraschende Gebetserhörungen …

Ulrike Prager