Was hat ein Mensch denn davon, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst dabei aber seine Seele verliert? Er kann sie ja nicht wieder zurückkaufen! 

Matth. 16,26 (Hfa)

Ihr Lieben: Jesus spricht in diesem Bild zu seinen Jüngern zu einer Zeit, die für ihn und die Jünger besonders spannungsreich ist, und zwar sowohl von außen wie von innen. Von außen waren es die geistlichen Eliten der Pharisäer mit denen es Auseinandersetzungen gab. Man möchte fast dazu fügen – mal wieder. Von innen ist es Petrus. Kurz zuvor noch wegen seines Bekenntnisses (du bist der Sohn Gottes) von Jesus gelobt und beauftragt, die Gemeinde zukünftig zu leiten, der Jesus jetzt Kummer macht. Kein Jünger wurde vom Herrn je so angegangen, weil Petrus nur seine eigene kleine Welt im Blick hat, Jesus aber das Große und Ganze, das Heil für alle Menschen zu allen Zeiten.

Für Petrus war Jesus die ganze Welt. Ihn, den Menschen Jesus aus Nazareth, zu verlieren, so wie Jesus das kurz zuvor zum ersten Mal ankündigte, ist für Petrus die Katastrophe schlechthin. Und wir heutigen Menschen, die die weitere  Geschichte von Jesus kennen, mit Kreuzigung, Tod und Auferstehung, die Petrus noch gar nicht kennen konnte, sollten uns hüten Petrus zu verurteilen. Macht sie doch seine ganze Liebe zu Jesus deutlich. Und dennoch: Jesu Wege sind Gottes Wege, die für uns Menschen manchmal nur schwer, manchmal gar nicht, oder manchmal erst nach Jahren in der Rückschau auf das eigene Leben zu verstehen sind.

Wenn Jesus davon spricht, was es bedeuten kann, die ganze Welt zu gewinnen, wie es im Bibeltext heißt, nämlich gerade dadurch Schaden zu nehmen an der eigenen Seele, dann spricht er nicht aus der hohlen Hand, so wie ein blinder von der Farbe, sondern aus eigenem Erleben. Für die dreifache Versuchung durch seinen Widersacher, die er scheinbar so souverän und mühelos meistert, ist er zuvor in eine 40tägige Fasten- und Gebetszeit gegangen, hat die Nähe zu Gott seinem Vater gesucht, bis er bereit war. Die letzte und größte Versuchung war genau das, was wir heute im Bibeltext lesen. Vom hohen Berg aus lag Jesus die ganze Welt zu Füßen.  Alles hätte er haben können, alle Reichtümer und Schätze, für eine scheinbar kleine Sünde, Gott auf Platz zwei in seinem Leben zu setzen, aber was wäre der Preis gewesen, wenn der neue Adam genauso versagt hätte, wie einst der alte Adam?

Ein irreparabler Schaden an Jesu Seele wäre entstanden. Ja ein verschleudern seiner Seele, die man, wenn man sieht, wohin die Trennung von Gott führt, um nichts, um keinen Preis der Welt wieder zurückbekommen kann. Deshalb warnt Jesus nicht nur Petrus, sondern alle Menschen zu allen Zeiten, sich nicht vom Erfolg des eigenen Handelns blenden zu lassen, gepaart mit dem Willen, es aus eigener Kraft im Leben noch weiter, noch höher, noch schneller und besser zu schaffen.

Ihr Lieben: Gewonnen hast du nur dann und als Sieger verlässt du nur dann den Platz des Lebens, wenn Jesus, der Sieger von Golgatha, den ersten Platz in deinem Leben einnimmt und nicht mehr du selbst. Übrigens diese Entscheidung darüber, wer bei dir die Nummer eins ist, die die wichtigste Entscheidung des Lebens überhaupt ist, triffst du für dein Leben ganz alleine. Eine Konsequenz aus dieser Entscheidung kann sein, dass du die Sucht nach der nächsten Goldmedaille, in welcher Lebensdisziplin auch immer, nach dem nächsten Daumen – hoch – Like hinter dir lassen kannst. Nicht der eigene Wille und Geist, sondern nur der Geist Gottes befähigt uns Menschen dazu, das wahrhaftig zu leben, was wir schon hunderte Mal im Vaterunser gebetet haben, nämlich: Dein Wille geschehe.